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Betreiber wollen auf Winterbetrieb verzichten

Gute Nachrichten aus der Valepp: In und um das historische Forsthaus kehrt Friede ein. Die drei Verbände, die eine Veräußerung des staatlichen Gebäudes an Privatpersonen durch eine Petition im Landtag verhindern wollten, und die Investoren Johannes Rabl und Manuel Neuer vermelden Einigung. Die künftigen Betreiber wollen auf einen Winterbetrieb des Forsthauses verzichten, wie es der Bund Naturschutz, der Verein zum Schutz der Bergwelt und der Bayerische Landesverein für Heimatpflege gefordert hatten. Lediglich die kleinen Nebengebäude Jagerhäusl und Klausenhaus sollen in der kalten Jahreszeit wie in früheren Zeiten als Selbstversorgerunterkünfte vermietet werden. Hier die Stellungnahmen der Beteiligten:

Johannes Rabl, Investor und Gastronom: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir in der Valepp ein Wirtshaus für alle machen wollen. Und dieses Versprechen halten wir auch. Dazu würde es nicht passen, wenn wir uns mit Verbänden, die es gut mit der Valepp meinen, oder mit Behörden in langwierige Streitereien begeben würden. Nach der Entscheidung im Landtag, als Manuel Neuer und ich die Valepp zugesprochen bekamen, haben Herr Dr. Neumaier als Petenten- Vertreter und ich uns die Hand gegeben und darauf verständigt, dass wir im Gespräch bleiben. Ich habe Wort gehalten und unser Betreiberkonzept nochmals intensiv überdacht. Indem wir auf einen Betrieb des Forsthauses ab Wintereinbruch, jedoch spätestens vom 01. Dezember an, bis Palmsonntag verzichten, können wir die Ausbauten kleiner dimensionieren und zugleich die Umwelt schützen. Ich kann versichern, dass die Valepp wieder das wird, was sie einmal war. Ich freue mich, dass wir mit den Petenten ins Einvernehmen gekommen sind und sie unsere neue Lösung gutheißen. Ich hoffe, dass die Genehmigungsverfahren nun weiterhin so konstruktiv weitergehen, wie es in den letzten Monaten der Fall war. Auf das, was in der Valepp entsteht, schaut ganz Deutschland. Mögen wir in zwei, drei Jahren einen Gasthof in der Valepp haben, auf den alle stolz sein können. Manuel Neuer und ich tun alles dafür, dass dieser Traum Realität wird.“

Lorenz Sanktjohanser, stellvertretender Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Bergwelt: „Ich will den Behörden, die jetzt über bau- und naturschutzrechtliche Fragen entscheiden müssen, keineswegs vorgreifen, da ja die notwendigen fachlichen Prüfungen noch laufen. Zudem muss diese Einigung letztlich in die endgültige Baugenehmigung Eingang finden, um verbindlich zu werden. Aber ich bin jetzt sehr froh, dass die künftigen Betreiber und Inhaber des Forsthauses Valepp, Herr Rabl und Herr Neuer, auf unsere Sorgen eingegangen sind und ihre Pläne sinnvoll verändern. So tragen sie diesem einzigartigen Ort Rechnung. Im Winter muss da Ruhe sein. Hoffentlich gelingt es uns jetzt miteinander, dass wir die entscheidenden Stellen für eine Verkehrslösung gewinnen, die genauso ökologisch ist, wie Herr Neuer und Herr Rabl die Energieerzeugung im Forsthaus planen, nämlich klimaneutral.“

Hans Kornprobst, Vertreter des BUND Naturschutz in Bayern: „Als Herr Rabl uns bei einem Treffen in seinem Gasthof Leeberghof in Aussicht stellte, im Forsthaus auf Winterbetrieb zu verzichten, dachte ich im ersten Moment: zu schön, um wahr zu sein. Diese Wendung halte ich für geradezu sensationell. Jetzt müssen wir gemeinsam weitermachen! Herr Rabl und Herr Neuer haben uns versichert, dass sie jederzeit bereit wären, die Valepp von Rottach aus verkehrlich mit einer öffentlichen Busverbindung, am besten mit einer elektrischen, erschließen zu lassen, wenn die Infrastruktur dazu geschaffen wird. Wir sind gerne Partner der Wirte, wenn es darum geht, bei den Kommunen und auf staatlicher Ebene dafür zu kämpfen.
Es wäre einzigartig. Ein Vorzeigeprojekt!“

Angela Brogsitter-Finck, Sprecherin der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal: „Wenn alles so kommt, wie wir es jetzt besprochen haben, freue ich mich schon sehr auf die Eröffnung. Und ich danke den Herren Neuer und Rabl. Sie zeigen, wie man als Investoren mit Kulturgut umgeht, das sich in einem sehr sensiblen Bereich befindet – und auch wie man den Menschen begegnet, die sich um solche Kulturgüter kümmern. Die Valepp kann ein Leuchtturmprojekt für ein kulturelles und touristisches Projekt in einer einmaligen Naturlandschaft werden.“

Dr. Rudolf Neumaier, Geschäftsführer des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege: „Feine Sache! Die neuen Valepp-Wirte geben dem Forsthaus die Chance, zu bleiben, wie es war. Wie sie es jetzt planen, können sie die Magie dieses Ortes retten. Da hat sich wieder einmal bewahrheitet: Mi ́m Red ́n kommen d ́Leut zsamm! Aus Kontrahenten können potentielle Partner werden. Baulich als Denkmal kann die Valepp jetzt hoffentlich auch so schnell wie möglich gerettet werden. Vor allem um das kaputte Dach muss man sich dringend noch vor dem Winter kümmern! Wenn die Valepp in unserem Sinn gerettet ist, wallfahre ich als Heimatpfleger in die Valepp und hänge in der Kapelle zum Dank eine Votivtafel auf.“