Schutzgemeinschaft
Tegernseer Tal

Schwere Eingriffe in den Baumbestand am Medivital-Projekt in Tegernsee

Tegernsee, April 2026 – Am Bauprojekt „Medivital" an der Perronstraße 7–9 in Tegernsee sind gravierende Verstöße gegen naturschutzfachliche Auflagen festgestellt worden.
Wir dokumentieren den Verlust schützenswerter Bäume und fordert konsequente Maßnahmen zur Wiederherstellung des Naturzustands.

Von ursprünglich erfassten Bäumen stehen auf dem Grundstück aktuell nur noch drei Exemplare, eine Linde und zwei Eichen.
Der Großteil des zu erhaltenden Baumbestands wurde entfernt oder sei wegen Sturms gefallen. 
Besonders bedenklich ist der Zustand der verbliebenen geschützten Bäume: Trotz behördlicher Auflagen fehlt jeglicher Baumschutz.
Eine der geschützten Eichen weist deutliche Wurzelschäden auf, ihre Schutzzone ist mit Baumaterialien überfüllt und ein Starkast ist abgerissen.
Auch die geschützte Linde leidet unter Fahrschäden im Wurzelbereich und einer Befestigung ihrer Schutzzone.
Zudem wurde die Auflage zur Aufhängung von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse bisher nicht erfüllt.

In einem kürzlich durchgeführten Ortstermin erklärte der Bauherr gegenüber der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), der Großteil der Bäume sei aufgrund von Schäden und Sturmeinwirkungen entfernt worden.
Eine Ersatzpflanzung sei bereits besprochen.
Die UNB hat jedoch festgehalten, dass die Beseitigung der Bäume nicht im Vorfeld freigegeben wurde und eine Überprüfung der tatsächlichen Schadenslage nun nicht mehr möglich ist.
Die Behörde prüft derzeit, welche weiteren Maßnahmen notwendig sind, und fordert den Bauherrn zur Vorlage aller relevanten Unterlagen auf.

Aus Sicht der SGT ist der fehlende Baumschutz besonders bedauerlich, da bereits in der Vergangenheit auf Mängel hingewiesen und Schutzmaßnahmen zugesichert wurden, die jedoch nicht umgesetzt wurden.
Das aktuelle Verhalten lässt den Schluss zu, dass kein echtes Interesse am Erhalt der Bäume besteht.
Der Verein fordert daher angemessene Ersatzpflanzungen, die nicht nur die Anzahl der Bäume betreffen, sondern vor allem die Herstellung ausreichend dimensionierter und mit geeignetem Substrat gefüllter Baumgruben.
Da der Boden auf dem Gelände stark verdichtet und mit Baumaterialien bedeckt ist, müssen hierfür zunächst geeignete Wurzelräume geschaffen werden.

Die SGT wird die Entwicklung am Medivital-Projekt weiter beobachten und fordert die zuständigen Behörden auf, ihre Auflagen konsequent durchzusetzen. Der Erhalt von Bäumen und die Einhaltung naturschutzrechtlicher Vorgaben sind essenziell für den Schutz der lokalen Biodiversität im Tegernseer Tal.

PS: Mittlerweile hat der Bauherr reagiert und eine Eiche freigeräumt und geschützt. Laut UNB ist der Baum aber verloren.